10.06.2010   Meppener Tageszeitung
Höher, breiter, besser

Rund 100 Gäste verfolgten gestern ab 11 Uhr die Freigabe und die Einsegnung der Brücke, deren Bau 5,6 Millionen Euro gekostet hat. Zwei Drittel der Summe übernimmt der Bund, dem der Dortmund-Ems-Kanal gehört, welchen die Brücke überspannt. Je ein Sechstel zahlen der Landkreis Emsland und die Stadt Meppen als Träger von Straße und Rad- sowie Fußweg.
Der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Meppen, Holger Giest, dankte allen an Planung und Bau Beteiligten und schloss die vielen zuständigen politischen Gremien in Kreis und Stadt, Behörden, Firmen und seinen Amtsvorgänger Bernd Lüllau ein. Letzterer hatte 1998 mit den Planungen begonnen. Fehlende Finanzmittel beim Bund hatten dann zu der Erkenntnis geführt, dass der Ersatz der alten, schon damals umstrittenen Brücke um weitere zehn Jahre verschoben werden konnte und musste. Giest charakterisierte die neue Brücke mit folgenden Worten: „ Moderner, breiter, sicherer, komfortabler“.
Der Bau der Brücke löst tatsächlich mehrere Probleme zugleich, angefangen beim inzwischen unumstritten baufälligen Zustand des Vorgängers. Michael Heinz, Dezernatsleiter der Wasser- und Schifffahrtsdirektion West in Münster, hob zudem die verbesserte Schiffbarkeit des Kanals hervor. Seit der Eröffnung im Jahr 1899 habe sich der Kanal weiterentwickelt und biete heute mehrfach größeren Schiffen Raum. Weil aber das Großmotorgüterschiff mit vielen Containern die meisten Brücken ab Papenburg nicht mehr durchfahren kann, habe man ein Brückenhebungsprogramm gestartet, das auf Sicht von 15 Jahren überall Durchfahrtshöhen von 5,25 Metern erreichen solle. Die Helter Brücke habe nun schon diesen Standard.
Heinz lobte die beteiligten Unternehmen, die trotz erzwungener Winterpause pünktlich fertig geworden seien, vor allem aber auch WSA-Projektleiter Hermann-Josef Schütte.
Landrat Hermann Bröring erinnerte sich daran, als Zehnjähriger bei der Einweihung der ersten Helter Brücke dabei gewesen zu sein. Er freute sich, dass „jetzt endlich“ nah langer Planung der Neubau fertig sei. Die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer habe sich mit der Verbreiterung ihrer Fahrbahnen von 1,30 auf 3,25 Meter deutlich erhöht, ein jahrzehntealter Kritikpunkt sei damit behoben.
Meppens Bürgermeister Jan Eric Bohling stimmte dem zu und freute sich neben den anderen Vorteilen auch über eine Bereicherung des Stadtbildes. Zu Wort kamen mit Karl-Heinz Schäfer und Gerhard Knoll auch die Inhaber der beiden wichtigsten Firmen. Beide lobten die gute Zusammenarbeit.
Umrahmt von Kindern des Kindergartens St. Vitus, die ein schmissiges Ständchen brachten, segnete Propst Dietmar Blank die Brücke ein. Pastor Hartmut Smoor hob in seinem Gebet die hohe symbolische Bedeutung der Brücke im Christentum hervor.

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