Weil die Autobahnen A1 und A2 auf sechs Fahrstreifen ausgebaut werden, wird auch das Kamener Kreuz umgebaut. Ende August 2009 ist das komplette Kreuz sechsstreifig befahrbar. Der Ausbau kostet nach Angaben von Straßen.NRW 73 Millionen Euro.
Eröffnung mit Minister
Die offizielle „Eröffnung“ findet am 25. August um 11 Uhr statt. Dazu werden neben Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee noch weitere prominente Gäste aus der Politik erwartet. „Wäre der strenge Winter nicht gewesen, wären wir noch eher fertig geworden“, erklärt Gürsel Sivel, Leiter des Mammut-Projekts von Straßen.NRW. Trotzdem waren die Bauarbeiter schnell – so sollten die Arbeiten ursprünglich erst Ende September fertig werden.
Nach dem bis dahin fertig gestellten Umbau leitet eine neue so genannte semidirekte Rampe den Verkehr von der A2 aus Richtung Hannover auf die A1 in Richtung Köln.
Alle Fahrbeziehungen im Kamener Kreuz konnten fast während der gesamten Bauzeit aufrecht erhalten werden. Sivel sagt: „Dabei war die Umsetzung der Arbeiten bei laufendem Verkehr die schwierigste Aufgabe.“
Lediglich die schwächer belastete Tangente von der A2 aus Fahrtrichtung Hannover auf die A1 in Fahrtrichtung Bremen wurde in der zweiten Bauphase für den Verkehr gesperrt.
Der meiste Verkehr im Kamener Kreuz findet auf den Abbiegespuren statt. Viele Fahrzeuge fahren hier in Ost-Südrichtung (Hannover – Köln) und umgekehrt. Mit dem Umbau des Kreuzes soll deshalb vor allem die Leistungsfähigkeit dieser Hauptverkehrsrichtungen verbessert werden.
Die Rampe ersetzt nun die „Kreisfahrt“ im Nordwesten des Autobahnkreuzes. Die Verkehrsteilnehmer, die von Hannover kommend in Fahrtrichtung Köln unterwegs sind, unterqueren zunächst in einem Trogbauwerk die A1 nördlich und überqueren anschließend die A2 westlich des Kreuzungspunktes beider Autobahnen. Anschließend wird der Verkehr auf der Rampe südlich des Kreuzungspunktes auf die A1 in Fahrtrichtung Köln geführt. In der entgegengesetzten Fahrtrichtung Köln – Hannover wird die Tangentialfahrbahn im Südosten des AK Kamen 2-spurig ausgebildet und auf längerer Strecke als bisher an die A2 angebunden.
Mit dem ersten Bauabschnitt wurde im Mai 2005 begonnen. Die Baumaßnahme umfasste den Abbruch und Neubau des Kreuzungsbauwerkes A1/A2, den Neubau der Unterführung der A2 für die semidirekte Rampe sowie den sechsspurigen Ausbau der A1 innerhalb des Autobahnkreuzes.
Herausforderung
Eine ganz besondere Herausforderung waren der Abriss und anschließende komplette Neubau der Brücke, die die A1 über die A2 führt. Diese Bauarbeiten waren vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft 2006 abgeschlossen.
Der nun zu Ende gehende zweite Bauabschnitt umfasst den weiteren sechsstreifigen Ausbau von A2 und A1 im Bereich des Autobahnkreuzes. Dazu gehören unter anderem die Straßenbauarbeiten für die vollständige Erneuerung des Oberbaues und die Verbreitung der Fahrbahnen.
Ein vollständig erneuertes Entwässerungssystem rundet die Arbeiten am Verkehrsknotenpunkt ab. Hier nimmt das Sammelbecken der neuen Pumpstation das Wasser von der Autobahn auf und leitet es – nach einer Reinigung – in den Derner Bach weiter. Das Auffangbecken fasst stolze 5000 Kubikmeter.
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